26. September: Vorstellung der Jüdischen Miniatur „Herman und Sina Berlinski“

Wann

26/09/2026    
19:00 - 20:30

Wo

Alte Handelsbörse
Naschmarkt 1, Leipzig, Sachsen, 04109
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Wir laden alle Interessierten recht herzlich ein zur

Vorstellung der Jüdischen Miniatur „Herman und Sina Berlinski“ mit Dr. Thomas Schinköth. Buchbesprechung und Werkseinführung in das chorsinfonische Werk „Avodat Shabbat“

Die Veranstaltung ist Auftakt zur Aufführung „Berlinski im Bahnhof“ am 27. September, 17 Uhr, in der Osthalle des Hauptbahnhofes.

Anlässlich des 25. Todestages von Herman Berlinski ehren wir den 1910 in Leipzig geborenen und 2001 in Washington verstorbenen Komponisten, Organisten, Dirigenten und Musikwissenschaftler mit der deutschen Erstaufführung seines chorsinfonischen Werkes Avodat Shabbat:

Berlinski im Bahnhof
Sonntag, 27. September 2026 um 17 Uhr
Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofes

Eintritt frei

Leipziger Synagogalchor & Gäste
collegium thomanum
Anja Pöche (Sopran), Hanna Hagel (Alt), Falk Hoffmann (Tenor)
Akademisches Orchester Leipzig
Leitung: Philipp Goldmann

Die Schirmherrschaft übernimmt Herr Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen.

Am 26. September 2026 um 19 Uhr wird der Musikwissenschaftler Dr. Thomas Schinköth in der Alten Börse in das Werk einführen und über das Leben von Herman und Sina Berlinski aus ganz persönlicher Sicht berichten. Wir freuen uns, Ihnen an diesem Abend die „Jüdische Miniatur“ über das Ehepaar Berlinski, die im Verlag Hentrich & Hentrich erscheinen wird, zusammen mit dem Autor präsentieren zu dürfen. Eintritt frei.

Herman Berlinski wurde als Sohn polnisch-jüdischer Eltern am 18. August 1910 in Leipzig geboren. Ab 1927 studierte er am Konservatorium Klarinette, Klavier, Dirigieren und Musiktheorie. 1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, emigrierte Berlinski mit der Pianistin Sina Goldfein über Polen nach Paris, wo sie 1934 heirateten. Unter dem Vichy-Regime floh er mit seiner Frau 1941 nach New York. Hier schloss er sich der Reformgemeinde am Temple Emanu-El an, spielte die Orgel und fand nun Zeit für sein kompositorisches Schaffen. Als Organist und als Dozent kam Berlinski ab 1966 mehrfach nach Deutschland und ab 1981 nach Leipzig zurück. Hier gab er Konzerte in der Thomaskirche und im Gewandhaus und hielt Vorlesungen und Seminare in der Musikhochschule. Am 27. September 2001 verstarb Berlinski in Washington.

Berlinskis chorsinfonisches Werk „Avodat Shabbat“ ist die Vertonung eines reformierten Freitagabendgottesdienstes, gesungen in der aschkenasischen Aussprache des Hebräischen. 1958 entstand die erste Fassung für Solist, Chor und Orgel als Auftragswerk für die New Yorker Park Avenue Synagogue. Berlinskis Komposition fand die Bewunderung Leonard Bernsteins. Durch dessen Urteil ließ sich die Union of American Hebrew Congregations überzeugen, eine Orchestrierung und die Uraufführung der Neufassung zu finanzieren. Diese Orchesterfassung für Soli, Chor, Sprecher, Holz- und Blechbläser, Harfen, Streicher und aufwändiges Schlagwerk wurde 1963 im Lincoln Center in New York uraufgeführt.